Gemeinsam stark an einem Seil

Dank großzügiger Unterstützung der HIT- Stiftung konnte den HORIZONT-Kindern ein Herzenswunsch in Form eines Kletterprojekts erfüllt werden. Um einen nachhaltigen pädagogischen Effekt zu erzielen, wird das Training regelmäßig fortgesetzt. Ein festes Team, bei dem sich die Kinder gut aufgehoben fühlen, steht ihnen geduldig und einfühlsam zur Seite. So haben die HORIZONT-Kinder die Möglichkeit, die Übernahme von Verantwortung für sich und andere zu erlernen sowie Vertrauen und Rücksichtnahme. Die motorischen Fähigkeiten werden geschult und die Kinder erfahren, zu welch außergewöhnlichen Leistungen sie im Team fähig sind.

Unser Klettertagebuch berichtet regelmäßig von unserem schönen Projekt:

Januar 2016

Am 29. Januar waren wir wieder mit sechs Kindern in der Kletterhalle Freimann und hatten einen tollen Nachmittag.

Lilly hat ihren Ehrgeiz erprobt und dieses Mal mit nicht gekannter Ausdauer einen Kletterversuch nach dem anderen gewagt. Kati muss immer ihren Mut finden und schafft dann mit viel Zuspruch viel mehr als sie bislang dachte. Das macht stolz! Ali muss in einem früheren Leben eine Berg-Gämse gewesen sein, da sind wir uns sicher. Malte konnte seine Konzentration finden, als er endlich Verantwortung tragen musste und seinen Freund am Seil gesichert hat. Auch Stefan und Yen haben ihre ersten Erfahrungen im Sichern gemacht und gezeigt wie toll sie diese  Verantwortung tragen können.

Als es zum Abschluss in die Boulderhalle ging, hatten die Kinder  allerhand zu tun, die richtigen Kletterrouten zu finden. Doch mit Ehrgeiz  und einem weichen Untergrund  macht sogar das Runterfallen Spaß.

Februar 2016

Auch am 26. Februar konnten wir wieder zeigen was wir drauf haben. Zuerst mussten wir abfragen, an was wir alles denken müssen. Sitzt der Gurt richtig, sind alle Haken in Ordnung, Partnercheck! und worauf muss man achten, wenn man selber klettert oder wenn andere klettern.

Diesmal war Anna mit dabei. Sie kann gut auf sich und die anderen achten. Yen geht an der Wand hoch wie eine Spinne und hat schon schwierige Vorsprünge geschafft. Malte war wieder super im Sichern, hat aber auch mehrere Routen sehr gut geschafft. Ali, die Berg-Gämse, hat heute einen Versuch blind, mit Mütze übern Kopf gewagt. Und es ist kaum zu glauben, aber natürlich ist er super bis ganz oben gekommen. Als würde er den Weg riechen. Lilly hat ihre Ausdauer gefunden und versucht unermüdlich immer wieder, ob´s nicht noch mal geht. Tja und ich musste eine viel höhere Wand hoch wie üblich, aber wisst ihr was? Ich hab´s geschafft!!!

Auch diesmal waren wir wieder Bouldern, allerdings waren einige so aufgedreht, dass wir nicht so viel davon hatten. Am Abend waren wir richtig platt und konnten wieder sagen: es war SUPER!!!    

März 2016

Endlich war wieder Kletter-Freitag und wir sind am 18.03. gleich nach der Schule nach Freimann durchgestartet. Leider waren zwei von unserer Gruppe krank. Aber wir hatten einen sehr intensiven Nachmittag und konnten alle besonders oft drankommen. Begonnen haben wir diesmal mit Bouldern zum Aufwärmen. Da kommt man gleich ins Schwitzen!   

Dann haben wir einige Routen zum Klettern vorbereitet und waren alle mehrmals ganz oben an der Wand. Und dann kam´s: heute durften wir alle einen ersten Vorstieg an der großen Wand probieren. Nur damit ihr wisst wovon die Rede ist. Wir klettern immer mit Top-Rope-Sicherung und dafür muss durch gute Kletterer erst mal das Seil ganz oben angebracht werden. Natürlich ist man dabei schon auch durch das Seil gesichert, aber es gibt immer ein Stück, wo das Seil erst mal nach oben gebracht werden muss, bevor es eingehakt wird. Das ist megaanstrengend für kleine Kinderhände, ich sage euch!!!! Aber jetzt kommt der Hit: jeder von uns hat es geschafft, sogar die Betreuer!!!

Wir können diesmal vermerken: Lilly entwickelt sich zum Durchhalte-Star, Stefan wird beim Klettern immer ruhiger, Yen ist ein Naturtalent und macht das alles mit einer beneidenswerten Leichtigkeit und für Andi, der diesmal seit langem wieder dabei war sind solche Herausforderungen schon auch eine tolle Abwechslung. Das nächste Mal wieder in zwei Wochen: es sind Ferien!!!

April 2016

Gegen Ende der Osterferien stand nun für  viele  Kinder  ein letzter Höhepunkt an. Im wahrsten Sinne des Wortes.  Es ging wieder zum Klettern.  Diesmal war Thorsten  Sporer (http://sunnysideup.info/) wieder unser Trainer. Mit seiner freundlichen und witzigen Art frischte er zuerst unser Wissen über das Sichern wieder auf  und nutzte die Gelegenheit sofort uns neue Techniken dafür zu vermitteln,  z.B. einen für den Vorstieg wichtigen Knoten für das Sichern zu zweit. 

Danach ging es sofort zur Wand. Stefan sicherte Malte, der  durch sein Vertrauen in Stefan seine Höhenangst bändigen konnte und fast bis nach oben gekommen ist. Dann wurde getauscht und Stefan kletterte die Wand in Windeseile hinauf, während Malte seine Konzentration halten musste.

Lilly hat beim Vorstieg gezeigt dass sie eigentlich nur eine Hand zum klettern braucht, so ruhig wie sie das Seil durch die Karabiner geführt hat.

Yen, die gar nicht mehr von Thorstens Seite weichen wollte, hat es mit seiner Sicherung  mindestens fünf Mal bis ganz oben geschafft. Da keiner aufhören wollte, ließen wir die Boulderhalle diesmal aus. Dafür gab es zum Abschluss nochmal einen großen Spaß. Die Kinder durften Aufzug fahren! Indem Thorsten sich fallen ließ katapultierte es jedes Kind, dass ihn „sicherte“ nach oben. Toll!

Mai 2016

Es war schon ein faszinierendes Bild, als der kleine Malte einen Erwachsenen sicherte. Werden wirklich alle Gesetzte der Physik aufgehoben, oder katapultiert es den Jungen doch nach oben, wenn der viel schwerere Körper sich abseilt? In jeden Fall wurden von Malte höchste Konzentration und Behutsamkeit abverlangt. Seine Mutter, die uns erstmals begleitete, staunte da nicht schlecht. Yen, deren Mutter diesmal ebenfalls dabei war, erlangte bei ihrer Sicherung einen neuen Schnelligkeitsrekord.

Als neue Herausforderung ging es an die Außenwand der Halle, wo die Wände viel höher sind und gewisse Tücken aufweisen. Hier sollten wir eine Route klettern, was bedeutet, dass man nicht alle Griffe verwenden darf, sondern nur die einer bestimmten Farbe. Das war sogar für Yen ziemlich schwierig. Lilly war diesmal besonders ehrgeizig und kam sehr gut voran. Linda, die erst zum zweiten Mal dabei war, schaffte die ganze Route.

Juni 2016

Beim Familienklettern waren wieder Ali, Andi und Anna mit ihrer Mutter dabei. Dazu kamen Malte und Lilly. Ali, der beim letzten Mal fehlte, wollte es anfangs kaum glauben, dass seine Mama hier mitmacht. Doch als er es dann erlebte, war er ziemlich stolz auf die Mama. Und die war auch stolz auf ihn, denn Ali ist ja unsere Berggämse! Alle Kinder wollten sehr bald mehr Herausforderung und so haben wir eine Wand mit Überhang probiert. Andi und Ali haben das natürlich super geschafft. Auch Anna und Lilly kamen sehr weit und gaben nicht auf. Malte hat seine Profession inzwischen mehr im Sichern gefunden, das macht er sehr verantwortungsvoll und ausdauernd.

Juli 2016

Unseren Endspurt vor der Sommerpause haben wir mit einer Runde Bouldern eingeleitet. Da wir einige neue Kinder dabei hatten, haben wir gemeinsam wiederholt und gelernt, worauf man beim Klettern achten muss. Neu dabei waren Anja, Leon, Lukas, André und Diana. Nur Anna war schon ein alter Hase. Und dann ging´s hinauf auf die Wand! Es ist immer wieder schön zu sehen, wie jedes Kind nach und nach an Mut und Zuversicht gewinnt, auch wenn anfangs alles noch so schwierig erscheint.

September 2016: Ausflug zum Angerlloch

Wir sind alle wieder gut aus den Ferien zurück und in den Alltag eingetaucht und schon dürfen wir das Highlight des Kletterjahres angehen. Am Samstag waren wir zu einem großen Ausflug in den Bergen beim Walchensee und sind den Simetsberg ein Stück weit hochgewandert bis zum Angerlloch.

Dort hat uns Torsten Sporer, unser Trainer, mit die Höhle genommen. Das war vielleicht toll! Und aufregend, weil die Höhle eng und nicht leicht zu begehen war. Wir mussten viel klettern und kriechen. An manchen Stellen war Wasser, durch das man durch musste. Als wir dann schon ganz tief im Berg waren, haben wir alle einmal die Stirnlampen ausgemacht und ihr könnt euch nicht vorstellen wie dunkel ein Höhlendunkel ist. Es ist viel dunkler!!!

Torsten hat uns auch Geschichten von den Lebewesen erzählt, die hier leben. Einem davon sind wir begegnet, der einzigartigen Angerllochhöhlenspinne! Die anderen Bewohner waren gerade nicht da. Aber wir haben auch die glitzernden Höhlenwände gesehen. Es sah aus, als hätte jemand eine Dose Glitzerflimmer verstreut! Als wir genauer hingesehen haben, haben wir gemerkt, dass es winzige Wassertröpfchen waren, die das Licht unserer Lampen reflektierten.

In den Berg rein ging es überwiegend abwärts. Auf dem Rückweg mussten wir all diese Kletterstellen wieder hoch, das war wirklich sehr schwierig und anstrengend. Als wir wieder draußen waren, waren wir hungrig und müde. Da war erst mal Brotzeit angesagt und Ausruhen. Auf dem Heimweg im Bus haben alle geschlafen. Mann, war das eine tolle Tour! Als wir zu Hause ankamen, haben die Mamas nur glückliche Gesichter gesehen und zufriedene Kinder zurückbekommen. Wir danken unserem Trainer, Torsten Sporer, für dieses besondere Erlebnis und bedanken und von Herzen bei der HIT-Stiftung, die all das möglich gemacht hat!

 

 

 

 

 

 

 

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